Austauschprojekt 2013

Nach der ersten erfolgreichen Auflage des Austausch zwischen dem tansanischen Waisenheim „Watoto wetu Tanzania“ und dem ugandischen Schule „Divine Mission Junior School“ 2012 in Dar es Salaam, stand es außer Frage, dass die Kooperation beider Projekte unbedingt fortgesetzt werden muss. Vom 30.6.13 - 7.7.13 Austausch war es dann soweit: Das Exchange-Programm ging mit dem Gegenbesuch in Kampala in die zweite Runde.

Hierzu kamen sechs Secondary-Schüler aus Dar es Salaam mit dem Betreuer Chris und dem derzeitigen Freiwilligen Markus zu uns nach Kampala. Nach einer zähen Busfahrt von rund 36 Stunden und geglücktem Grenzübergang ging es zunächst in die Divine Mission Junior School, wo der Direktor Mr. Musisi eine kleine Willkommensrede vorbereitet hatte und der Schulchor ein paar Lieder performte. Natürlich waren alle sehr müde, weshalb nach dem Essen im Guesthouse auch erstmal geschlafen wurde. Am darauf folgenden Montag Morgen begann schließlich offiziell unser Programm. Nach einigen Kennlern-und Namensspielen hatten Teacher John und Chris einige allgemeine Informationen zum Thema Demokratie vorbereitet, woraufhin sich Ugander und Tansanis jeweils gegenseitig Grundlegendes zu ihren Ländern und deren Geschichte und aktueller politischer Situation vorstellten. Als Ausklang des Tages lockte am Abend das National Theater mit einer Jamsession lokaler Künstler.


Am Dienstag stand unser erster Ausflug an. Es ging in die Stadt ins „Ugandan Museum“, das den Werdegang Ugandas von der vorkolonialen Epoche bis zum heutigen Tage veranschaulicht. Nach dem Mittagessen in einem Restaurant mit Blick über den „Old Taxi Park“ hatten wir eine Führung im UBC, einem großen staatlichen Fern-und Radiosender, was wirklich sehr interessant war. Außerdem wurde das Parlament besichtigt und die Unabhängigkeitsstatue angeschaut. Mittwochs war wieder ein Seminartag angesagt. Nach einigen Warm-up´s ging es vormittags um das Thema HIV/AIDS. Zunächst wurde nochmal Wesentliches erklärt, dann in Gruppenarbeit über die Situation in Uganda und Tansania geredet und zum Schluss die Möglichkeit gegeben, anonyme Fragen zu stellen. Nach der Mittagspause handelte sich dann alles um das Thema Pressefreiheit und Medien. Gerade hier in Uganda wieder ein sehr aktuelles Thema, da vor kurzem eine Zeitung von der Regierung geschlossen wurde. Mit Hilfe von Karikaturen diskutierten uns präsentierten sich alle ihre Ergebnisse zu diesem Thema.


Am Donnerstag stand der nächste Ausflug auf dem Programm. Es ging nach Entebbe in den Zoo. So sahen wahrscheinlich alle beteiligten Schüler dort zum ersten Mal die wilden Tiere ihrer eigenen Länder, die für sie eigentlich gleich um die Ecke, und doch so fern wie die Steiermark liegen. Dort verbrachten wir fast den ganzen Tag und abends gab es nach dem Essen eine „Movie Night“ mit "Avatar".

 

Freitags starteten wir den Tag sportlich und fuhren in die Makarere Univerität zum Schwimmen, beziehungsweise für einige zunächst zum Schwimmen lernen, wobei alle viel Spaß hatten. Nachmittags erfolgte eine weitere Seminareinheit, Thema: Der Genozid in Ruanda und inwiefern das Leben zwischen den damaligen Tätern und Opfern/Angehörigen heute möglich ist. Nun war die Woche schon fast vorbei, sodass wir den Freitagabend mit Soda trinken, quatschen, Musik und Tanz ausklingen ließen. Samstag wartete noch die letzte Seminareinheit auf alle. Diesmal ging es um das Thema Korruption, welches wir uns mittels Karikaturen, Statistiken und Tabellen näherten. Der Nachmittag wurde für ein Fußballturnier genutzt, mit Sicherheit der Höhepunkt vieler Jungs. Vier Teams, die Mannschaft der Divine Mission Junior School, das Exchange-team, die Freiwilligen und die Jungs vom „Boys Home“ ein anderes Projekt, spielten jeweils gegeneinander und wie es sich gehört, gewann das Exchange-team eindeutig! Abends saßen nochmal alle beisammen und unterhielten sich, denn am nächsten Morgen stand die Abreise schon wieder bevor. Nach dem gemeinsamen Frühstück und ein paar letzten Worten an alle, hieß es für die Tansania, sich wieder auf die lange Heimreise zu machen. Insgesamt hatten wir eine sehr schöne, ereignisreiche Woche, die wohl für alle Beteiligten im Positiven noch lange nachwirken wird. Sei es durch neu erlangtes Wissen innerhalb der Seminareinheiten oder geknüpfte Freundschaften. Auch die Gestaltung unserer Einheiten lud zum kritischen Denken ein: Denn dabei ging es uns nicht um bloße Faktensammlung, sondern vor allem darum die Jugendlichen aktiv miteinzubeziehen , sie zu eigenen Meinungen und Überlegungen zu motivieren. Eben jene Dinge, die in den hiesigen Schulen oftmals zu wünschen übrig lassen. Nicht weniger relevant erscheint uns das erweiterte Bewusstsein, sobald einmal eigene Grenzen hinter sich gelassen werden. Vor allem die Sprachlichen: In Zeiten der Globalisierung ist es umso wichtiger, das Verständnis dafür zu schärften, dass mit Kiswahili oder Luganda an der Grenze Schluss ist und als bindendes Element in der ostafrikanischen Union Englisch den Ton angibt. Umso mehr hat es uns gefreut zu sehen, wie unsere Jugendlichen „Sprache in Aktion“ sehen können. Nicht um gute Noten zu erhaschen, nicht um Weißen ein „How are you?“ hinterher zu werfen, sondern schlicht und ergreifend, um mit den eigenen Nachbarn Konversation betreiben zu können, um Probleme erörtern zu können, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die diese Austausch möglich gemacht haben. Wir haben es sehr genossen!